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Atomic Andi oder Band vs. DJ

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Liebe Leser, und vor allem Leserinnen (nicht, weil ich euch lieber habe, sondern nur, weil ihr sicher mehr an der Zahl seid. Sorry, Frank…),
während alles, was unsere Musik in der Kirche angeht, noch in der Schwebe ist („es ist keine Popularmusik gewünscht“), möchte ich euch heute etwas über die Musik auf unserer Feier erzählen.

Man hat klassischerweise die Auswahl zwischen einer Band, einem DJ oder einem Alleinunterhalter – wenn man nicht gerade ein Streichquartett oder Ähnliches engagiert (Fun-Fact dazu: laut meiner neunten Klasse kann man das Wort Engagement auch so schreiben: Angarmente oder Angaschmor).

Alles hat seine Vor- und Nachteile – außer dem Alleinunterhalter, der das fleischgewordene Grauen ist. Das ist selbstverständlich eine wüste Verallgemeinerung und es gibt sicher einige Alleinunterhalter, die jetzt zurecht beleidigt wären, würden sie diesen Blog lesen (nein, Frank, du bist immer noch alleine…), aber ich habe jetzt schon auf nicht wenigen Hochzeiten ein jeweils fürchterlich peinliches Schauspiel miterleben müssen. Einige sinngemäße Zitate sollten meinen Unmut veranschaulichen (alle Namen wurden von der Redaktion geändert):

„Hallo miteinander, ich bin der Ändi und werde ich euch heute ordentlich einheizen“ (man stelle sich dazu die Stimmlage eines gerade ins künstliche Koma Entschwindenden vor, dazu einen ähnlich wachen Gesichtsausdruck)

„Los, los, nicht so schüchtern! Woooohooooo!“ (niemand auf der Tanzfläche)

„Und jetzt putt jur händs ab, ewriwann!“ (immer noch niemand auf der Tanzfläche)

„Was für ein geiler Song, oder Leute?“ (der Einzige, der sein fettiges Haupthaar schüttelt und ins Micro MITSINGT, ist Ändi)

„ITS MEI LAAAAAAAAAIF… und jetzt alleeeeeeeee!“ (…)

Ändi trägt außerdem Schlaghosen und schwitzt unverhältnismäßig viel. Sein Künstlername lautet Atomic Andi oder auch Handy Andy. Er bringt seine eigene sogenannte Lightshow mit, die aus einem Baustrahler und einer Discokugel besteht und er trinkt mehr als alle Leute über 60 zusammen, die seinetwegen mit Migräne frühzeitig die Zimmer aufsuchen.

Bleiben noch ein DJ und eine Liveband – ein Streichquartett passt dann auch wieder nicht zu dem Rahmen, den wir uns wünschen.

Die Vorteile eines DJs liegen auf der Hand: Abgesehen davon, dass er viel günstiger ist als jede Band, kann er jederzeit auf Wünsche aus dem Publikum eingehen. Er braucht keine bis wenige Pausen und kann natürlich vorher durch das Brautpaar perfekt vorbereitet werden. Besonders süß finde ich die Idee, jeden Gast vor der Feier einen Musikwunsch rückmelden zu lassen.

Eine Band ist teurer – in aller Regel steigt die Gage mit jedem Bandmitglied. Die Band braucht Platz und Pausen, sie ist lauter (wichtig, falls der Veranstaltungsort in einem Wohngebiet liegt) und sie ist was das Programm angeht meist nicht besonders flexibel. Das Aufbauen dauert außerdem länger.
ABER: Von der Stimmung, die Live-Musik erzeugen kann, von der Begeisterung, kann ein DJ nur träumen. Und genau diese Stimmung ist uns besonders wichtig. Zusammen mit der Atmosphäre, die allein schon das idyllische weiße Zelt im Park erzeugt, sind bestimmt die älteren Semester genauso begeistert wie die jungen, hoffentlich tanzwütigen Gäste.

Wir haben mit Hilfe meines Bruders und dessen Freundin die perfekte musikalische Untermalung für unsere Feier gefunden: ein Akustik-Trio, das sowohl Klassiker als auch populäre Musik spielt – allerdings immer ganz individuell interpretiert. Nie bis zur Unkenntlichkeit verändert, aber immer mit einem kleinen Überraschungsmoment. Besonders toll finde ich, dass die Jungs mit Cajon und Gitarre auch ganz leicht mal nach draußen auf die Wiese oder auf die kleine Bühne umziehen können.

Vielleicht frage ich trotzdem jeden Gast nach einem Musikwunsch – diejenigen, die die Band nicht erfüllen kann, kommen einfach zu später Stunde vom Band.

„Was für eine heiße Nacht, Fans, Ändi wünscht euch süße Träume. Ich mache übrigens auch Kindergeburtstage und Firmenfeiern.“