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Der erste Morgen zurück im echten Leben

Die vergangenen Tage in Venedig waren tatsächlich wie ein Traum. Das Aufwachen in einem fluffigen 2×2-Meter Bett, der Blick an die ewig hohe Stuck-Decke, das Einatmen der salzigen Morgenluft, die Sonnenstrahlen auf der Haut, die gedämpften Geräusche vom italienischen Markt und fußballspielender Jungs vor unserem Fenster, das smaragdgrüne Wasser, die Herzlichkeit, die Meeresfrüchte und dieses Funkeln meines Ringes, den ich immer wieder anschauen muss. Hätten nicht meine Füße abends vom vielen Erkunden so wehgetan, würde ich jetzt die kitschige Auf-Wolken-gehen-Metapher bemühen.

Heute sind wir zurück auf dem Boden der Tatsachen, genaugenommen dem Boden unserer jetzt noch bescheidener wirkenden 2,5-Zimmer Wohnung.

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Die erste Aktion heute, noch vor dem Frühstück, war die feierliche Leerung meiner Brautschuhflasche (na gut, nicht ganz so feierlich, aber das Ding war SCHWER!). Dazu muss man erstens wissen, dass heute Weltspartag ist, und zweitens, dass ich seit ich 12 Jahre alt bin das Kleingeld aus meinem Geldbeutel in einer bauchigen Flasche sammle. Was ich eigentlich einmal damit vorhatte, weiß ich gar nicht mehr. Beim Anblick der Flasche allerdings hat meine Oma mir erzählt, dass die Mädchen früher ihr Kleingeld für die Brautschuhe gespart haben. Diese Idee habe ich übernommen und mich eisern an mein Vorhaben gehalten, wobei ich glaube mich daran erinnern zu können bei der Einführung des Euro einen Teil auf den Kopf gehauen zu haben (Mattel sagt danke, oder so…).

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Außerdem habe ich meinem Verlobten (das schreibe ich gerade zum ersten Mal! Zum ersten Mal erzählt habe ich die Neuigkeit blöderweise einem koreanischen (ich bilde mir ein, Menschen dem Aussehen nach ihrem genauen asiatischen Herkunftsland zuordnen zu können) Pärchen auf der Rialtobrücke…) beim Frühstück eröffnet, dass die Hochzeit in meinem Kopf eigentlich schon steht. Ich weiß nicht, ob seine Reaktion der Müdigkeit geschuldet war, aber er hat sich in einer Seelenruhe meinen anderthalbstündigen Vortrag über die möglichen Locations angehört und mich hinterher sogar schon ein paar Anrufe tätigen lassen.

Bei meiner Traumlocation konnte ich einen Termin im August (den letzten!) für eine Woche blocken – in dieser Zeit müssen wir uns mit der Pfarrerin, die sich praktischerweise im Urlaub befindet, kurzschließen. Drückt die Daumen, sobald ich mehr weiß, schreibe ich etwas zur Location und darüber, wie ich mir den ganzen Ablauf vorstelle.