DIY Hochzeit

Eine DIY Hochzeit

Stellt euch folgendes Szenario vor:

Eine Save the Date Karte flattert ins Haus. Sie ist schwarz-weiß mit einem Foto des glücklichen und bald für immer vereinten Paares. Sie stehen auf einem Feld, lehnen an einem Baum oder – und am allerschlimmsten – füttern sich gegenseitig mit etwas vermeintlich Selbstgekochtem. Vermutlich befindet sich irgendwo ein Schnörkel oder ein Schleifchen, auch gerne durch ein bis viele Herzchen zu ersetzen. Schönes 300g-Papier verrät, dass die Karte höchstwahrscheinlich aus einer einschlägigen Druckerei stammt.

Die bald darauf folgende Einladung bestätigt diesen Verdacht. Man hat das Gefühl, genau diese Einladung schon 100 Mal in den Händen gehalten zu haben. Ein zweites Foto aus der altbekannten Serie, die der Dorffotograf dem immer noch glücklichen Paar als „ganz natürlich wirkendes Verlobungsshooting“ angepriesen hat, ziert den Titel. Unbedingt in der Einladung enthaltene Formulierungen sind: „Wir würden uns freuen, euch in festlicher Abendgarderobe begrüßen zu dürfen“ und „Um Geschenke macht euch keinen Kopf, wir brauchen weder Glas noch Topf, denn der Haushalt ist komplett, doch unser Sparschwein wär‘ gern fett.“

Endlich (natürlich in festlichster Abendgarderobe) auf der Feier angekommen stellt der findige Gast fest, dass die bereits erwähnte Druckerei wohl ein Gesamtpaket verhökert haben muss. Nicht nur grinsen einem vom Liedheft (gerne in Herzform mit verwaschenen Rändern) schon wieder altbekannte Gesichter entgegen, auch die Menükarten, die Tischkärtchen und der Sitzplan fügen sich in den Einheitsbrei aus Creme und Schwarz auf gutem dickem Papier.

Nachdem die jeweiligen Brauteltern das Leben ihrer Sprösslinge in einem „kurzweiligen“ Diavortrag vor allen ausgebreitet haben singt Mutterns Kirchenchor etwas „Flottes“, begleitet von peinlichem Schweigen wird ein Strumpfband entfernt und im schlimmsten Falle versteigert, das Paar stellt sich von einigen besonders lustigen Gästen vorbereiteten Spielchen wie Apfelschnappen oder Beine-Ertasten und der erschöpfte Gast fährt schließlich nach einem Tanz zu Ändis Lieblingsliedern mit einem Päckchen austauschbarer Hochzeitsmandeln im Schoß nach Hause.

Nach spätestens zwei Wochen beginnt die Hochzeit im Kopf des Gastes unaufhaltsam mit anderen bereits erlebten zu verschwimmen.

Warum?

Falls meine Andeutungen etwas zu subtil ausgefallen sein sollten: NICHT JEDE HOCHZEIT MUSS GLEICH AUSSEHEN!!

Ein riesiger Vorteil einer DIY Hochzeit ist, neben einer erheblichen Ersparnis, dass man eigenhändig dafür sorgen kann, dass sie besonders, unvergesslich, unnachahmlich, individuell wird!

Keiner hält doch die eigene Beziehung für austauschbar oder gar langweilig? Warum sollten dann die Feier, die Papeterie, der gesamte Prozess das widerspiegeln?

Ich habe bereits einige Ideen für meine eigene Hochzeit umgesetzt, die ich euch hier noch einmal für euch zusammenfasse. Ich bin mir sicher, dass ich auch nach meinem eigenen großen Tag noch die Zeit finden werde, euch hier immer wieder schöne neue Ideen vorzustellen.

Nicht nur haben wir unsere Save the Date Karten selbst gestaltet, auch die Brautjungfern wurden mit einer kleinen Überraschung bedacht. Selbstgebastelte Windlichter werden um den Pavillon für Licht und Stimmung sorgen. Die Tischdeko aus Büchern, Schleierkraut und einem zu einer Rose geformten Ausschnitt aus einem mittelalterlichen Werk ist nicht nur selbstgemacht sondern steht für den Ort, an dem Flo und ich uns kennengelernt haben. Meine Liedhefte sind gerade gestern in die „Serienproduktion“ gegangen. Mit Hilfe von Stempeln und Stanzen erzielt man in kurzer Zeit tolle Ergebnisse. Das Schulthema greife ich für die Verpackungen meiner Gastgeschenke wieder auf – kleine Schultüten sollen Badesalz für die Damen und endlos leckere Zitronenkekse (Rezept folgt) für die Herren enthalten.

Und weil mein Kopf vor Ideen immer noch überquillt lohnt es sich, ab und zu mal zu schauen, was sich in Sachen DIY bei mir getan hat.

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