Kategorie-Archiv: Organisation

Das Standesamt oder „Goooooood mooooooooorning, Miss …, sorry“

Standesamt

Wir haben einen Termin fürs Standesamt. Darum hat sich Flo gekümmert.
Neue Erkenntnisse:

– Samstage sind sowohl teurer, weil außerhalb der Geschäftszeiten, als auch sehr begehrt
– Alles, was man braucht (Ausweis, beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister…), bringt man zur Anmeldung der Eheschließung bei einem Standesbeamten mit – am besten ein paar wenige Monate vor der eigentlichen Trauung
– Eine Terminreservierung kann man aber schon vorher vornehmen

Ich kenne Paare, die bereits länger als ein Jahr vor der kirchlichen Hochzeit schon offiziell verheiratet waren – mit Namen und allem drum und dran. Ich kenne auch Paare, die am Tag der kirchlichen Trauung morgens beim Standesamt waren. Für uns kam/kommt beides nicht in Frage. Dass die beiden Termine zeitnah sein sollten, war für mich schon immer klar. Allein schon, weil ich nicht schon wochen- oder gar monatelang mit meinem neuen Namen angesprochen werden will, wenn ich mich noch gar nicht verheiratet fühle.
Davon gehe ich nämlich aus.

Zum Verheiratetfühlen gehört für mich, dass ALLE Menschen, die uns wichtig sind, diesen einen Moment mit uns teilen.
Zum Verheiratetfühlen gehört, dass ich meine Mama und meine Freundinnen weinen sehe – im wahrscheinlichsten Falle durch meinen eigenen Tränenschleier…
Zum Verheiratetfühlen gehören raschelnder Tüll, alte Holzbänke, hundert Umarmungen und das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass der – bestimmt trotzdem feierliche – Akt dessen, einen Wisch zu unterschreiben mir dieses Gefühl nicht im gleichen Ausmaß vermitteln wird.
Am Tag der kirchlichen Hochzeit möchte ich am liebsten alle Zeit der Welt haben. Mir wird es bestimmt so gehen wie zuletzt als Kind am Weihnachtsmorgen. Ich will die Vorfreude genießen können, Zeit für ein Schaumbad und ein Sektfrühstück mit meinen Brautjungfern haben und keine Panik bekommen müssen, falls unsere Frisur-Versuche nicht gleich… naja, nach einer Frisur aussehen (dazu ein andermal mehr).
Und genau deshalb kommt der Morgen vor der kirchlichen Trauung nicht in Frage.
Wir haben uns für einen Termin eine Woche vor der Kirche entschieden. Und gestern auch schon in unserem Wunschrestaurant für nach dem Standesamt Probe gegessen. Und schonmal reserviert.

Erweiterung meiner To-Do-Liste im Kopf:
1.) Unterschrift üben
2.) Den Englisch-Schülern sagen, dass sie über die Sommerferien Zeit haben, sich das „Miss“, das ich ihnen eingebläut habe, wieder abzugewöhnen

P.S.: Am Freitag gehen wir Trauringe aussuchen UND wir haben unsere Flitterwochen gebucht! Weitere Infos folgen bald 🙂

Atomic Andi oder Band vs. DJ

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Liebe Leser, und vor allem Leserinnen (nicht, weil ich euch lieber habe, sondern nur, weil ihr sicher mehr an der Zahl seid. Sorry, Frank…),
während alles, was unsere Musik in der Kirche angeht, noch in der Schwebe ist („es ist keine Popularmusik gewünscht“), möchte ich euch heute etwas über die Musik auf unserer Feier erzählen.

Man hat klassischerweise die Auswahl zwischen einer Band, einem DJ oder einem Alleinunterhalter – wenn man nicht gerade ein Streichquartett oder Ähnliches engagiert (Fun-Fact dazu: laut meiner neunten Klasse kann man das Wort Engagement auch so schreiben: Angarmente oder Angaschmor).

Alles hat seine Vor- und Nachteile – außer dem Alleinunterhalter, der das fleischgewordene Grauen ist. Das ist selbstverständlich eine wüste Verallgemeinerung und es gibt sicher einige Alleinunterhalter, die jetzt zurecht beleidigt wären, würden sie diesen Blog lesen (nein, Frank, du bist immer noch alleine…), aber ich habe jetzt schon auf nicht wenigen Hochzeiten ein jeweils fürchterlich peinliches Schauspiel miterleben müssen. Einige sinngemäße Zitate sollten meinen Unmut veranschaulichen (alle Namen wurden von der Redaktion geändert):

„Hallo miteinander, ich bin der Ändi und werde ich euch heute ordentlich einheizen“ (man stelle sich dazu die Stimmlage eines gerade ins künstliche Koma Entschwindenden vor, dazu einen ähnlich wachen Gesichtsausdruck)

„Los, los, nicht so schüchtern! Woooohooooo!“ (niemand auf der Tanzfläche)

„Und jetzt putt jur händs ab, ewriwann!“ (immer noch niemand auf der Tanzfläche)

„Was für ein geiler Song, oder Leute?“ (der Einzige, der sein fettiges Haupthaar schüttelt und ins Micro MITSINGT, ist Ändi)

„ITS MEI LAAAAAAAAAIF… und jetzt alleeeeeeeee!“ (…)

Ändi trägt außerdem Schlaghosen und schwitzt unverhältnismäßig viel. Sein Künstlername lautet Atomic Andi oder auch Handy Andy. Er bringt seine eigene sogenannte Lightshow mit, die aus einem Baustrahler und einer Discokugel besteht und er trinkt mehr als alle Leute über 60 zusammen, die seinetwegen mit Migräne frühzeitig die Zimmer aufsuchen.

Bleiben noch ein DJ und eine Liveband – ein Streichquartett passt dann auch wieder nicht zu dem Rahmen, den wir uns wünschen.

Die Vorteile eines DJs liegen auf der Hand: Abgesehen davon, dass er viel günstiger ist als jede Band, kann er jederzeit auf Wünsche aus dem Publikum eingehen. Er braucht keine bis wenige Pausen und kann natürlich vorher durch das Brautpaar perfekt vorbereitet werden. Besonders süß finde ich die Idee, jeden Gast vor der Feier einen Musikwunsch rückmelden zu lassen.

Eine Band ist teurer – in aller Regel steigt die Gage mit jedem Bandmitglied. Die Band braucht Platz und Pausen, sie ist lauter (wichtig, falls der Veranstaltungsort in einem Wohngebiet liegt) und sie ist was das Programm angeht meist nicht besonders flexibel. Das Aufbauen dauert außerdem länger.
ABER: Von der Stimmung, die Live-Musik erzeugen kann, von der Begeisterung, kann ein DJ nur träumen. Und genau diese Stimmung ist uns besonders wichtig. Zusammen mit der Atmosphäre, die allein schon das idyllische weiße Zelt im Park erzeugt, sind bestimmt die älteren Semester genauso begeistert wie die jungen, hoffentlich tanzwütigen Gäste.

Wir haben mit Hilfe meines Bruders und dessen Freundin die perfekte musikalische Untermalung für unsere Feier gefunden: ein Akustik-Trio, das sowohl Klassiker als auch populäre Musik spielt – allerdings immer ganz individuell interpretiert. Nie bis zur Unkenntlichkeit verändert, aber immer mit einem kleinen Überraschungsmoment. Besonders toll finde ich, dass die Jungs mit Cajon und Gitarre auch ganz leicht mal nach draußen auf die Wiese oder auf die kleine Bühne umziehen können.

Vielleicht frage ich trotzdem jeden Gast nach einem Musikwunsch – diejenigen, die die Band nicht erfüllen kann, kommen einfach zu später Stunde vom Band.

„Was für eine heiße Nacht, Fans, Ändi wünscht euch süße Träume. Ich mache übrigens auch Kindergeburtstage und Firmenfeiern.“

The When and Where – Datum und Location  

Diesen Artikel hätte ich auch “Unsere Nullachtfünfzehn-Hochzeit” nennen können. Nicht etwa, weil unsere Hochzeit „etwas ganz Gewöhnliches oder nichts Besonderes, Durchschnitt, Mittelmaß, ohne Sorgfalt bereitet oder nichts Erwähnenswertes“ werden soll (danke an die freie Enzyklopädie mit W…, die die Schüler viel zu häufig für ihre Referate konsultieren und bedenkenlos zitieren), sondern weil wir im August 2015 heiraten werden.

Einerseits verkürzt sich so meine Vorbereitungszeit auf knappe 9 Monate, andererseits können wir froh sein, überhaupt noch einen Termin bekommen zu haben. Mittlerweile legen sich Paare anscheinend zwei bis drei Jahre vor der Hochzeit auf ihre Location und sogar auf ihren Blumenschmuck fest!

Es liegt mit Sicherheit daran, dass ich immer mit Leidenschaft Hollywood-Filme, in denen so viel wie möglich geheiratet wird, angeschaut habe – und eine Zeit lang gab es ja eine richtige Schwemme davon! In aller Regel mit Julia Roberts und Hugh Grant, der zur Not auch mit Richard Gere auszutauschen war. Jedenfalls hat sich in meinem damaligen Mini-Schädel dieses Bild einer sonnenbeschienenen Wiese eingebrannt… weiße, mit Blumen geschmückte Stühle in Reih und Glied und vorne ein Rosenbogen, üppig bewachsen, unter dem das glückliche Paar sich (ganz am Ende natürlich, nach vielen, vielen Komplikationen – Hollywood eben) das Ja-Wort gibt. Ich träume immer noch von einer Hochzeit unter blauem Himmel von Vogelgezwitscher, Blumenduft, Lampions in den Bäumen, Kindern in putzigen Tüll-Kleidern, die hinter Schmetterlingen herjagen…

… in meinen hellen Momenten schiebt sich vor dieses Bild ein anderes. Dieses zeigt einen grässlichen Wolkenbruch, mein verlaufenes Make-Up, von den Bäumen hängende Papierklumpen, die einmal Lampions waren, und heulende Kinder in triefenden Tüll-Kleidern mit ihren verstört-verärgerten Müttern, die schon den nächsten Keuchhusten ahnen.

Auf das Wetter haben wir keinen Einfluss. Weil aber im August die Chance auf einen schönen, sommerlichen Tag am größten ist, gebe ich meine Idee nicht ganz auf. Unser Kompromiss ist: Eine Hochzeit in der Kirche und eine Feier in einem Pavillon auf einer grünen Wiese umgeben von einem blühenden Garten. Wer jetzt eine Art Bierzelt im Kopf hat, soll sich bitte folgendes vorstellen:

Ein riesiges, offenes weißes Zelt mit vielen Sprossenfenstern, die Zeltdecke (mit zwei kleinen Spitzen) mit gerafften, fließenden Stoffbahnen geschmückt, ein dunkler Dielenboden und große runde Tische unter Kronleuchtern (Bilder folgen im Sommer).

Ich könnte begeisterter nicht sein: spielt das Wetter mit, so will ich unbedingt Picknickdecken und Kissen im Garten ausbreiten. Auf Lampions und Windlichter verzichte ich auch nur, wenn es schüttet. Sollte aber meine unheilvolle Wolkenbruch-Vision wahr werden, so ist bietet der beheizte Pavillon genügend Schutz und der Party steht trotzdem nichts im Wege.

Für das kommende Wochenende habe ich einige Freundinnen zum Bastel-Kaffee eingeladen. Die Bilder von unseren Ergebnissen werde ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Übrigens haben bereits 4 meiner Brautjungfern „Ja“ gesagt! Ich habe uns eine facebook-Gruppe eingerichtet, in der wir uns über mögliche Kleider, Blumen, Ideen für die Feier usw. austauschen können. Sobald etwas feststeht, folgt ein Update!

Guuuuten Mooooorgen, Frau… – eine Mottohochzeit?

Irgendwann muss es sowieso raus: Ich bin Lehrerin. Und Florian ist gerade dabei, einer zu werden.
Ja, es ist wahr – wir rotten uns gerne zusammen. Wir lieben es, Menschen unter die Nase zu reiben, wie wir im Sommer 6 Wochen lang gemeinsam
durch fremde Länder reisen können, wir können es kaum erwarten nach Hause zu kommen, um all den Lehrerzimmertratsch und die Beschwerden über
Schüler loszuwerden und eines Tages werden wir unser Übriges dazu tun, besserwisserische kleine Lehrerkinder in die Welt zu setzen. Die
mindestens Flöte spielen. Eher Klavier.

Wir haben uns im Studium kennengelernt in einem (Achtung, sexy…) Seminar über den Tod des König Artus. Wir haben uns gegenseitig durch die
nervenaufreibende Zeit der Examensvorbereitung begleitet und uns nicht davon abschrecken lassen, wenn der jeweils andere mehrmals täglich in
Embryonalstellung auf dem Bett kauernd Dinge von sich gegeben hat wie „… und wer waren jetzt nochmal diese Assmanns?“ oder spontane
Schmerzen in wechselnden Körperteilen bekommen hat. Na gut, das war beides ich. Egal. Jedenfalls kam danach das Referendariat, in dem ich mir
meine Gedächtnisschwünde und Spontanschmerzen nur zurückwünschen konnte – nicht mal dafür hatte ich Zeit! Und auch DAS haben wir zusammen
überstanden. Also die erste Runde.

Jedenfalls drängt sich mir da die Frage auf: Mottohochzeit? Zumindest so ein bisschen?

Ich habe ein wenig gegoogelt und nach Inspiration gesucht.
Hier die Ideen, die ich nicht grässlich/übertrieben (einen 2-Tonnen-Schreibtisch mit Äpfeln als DEKO??) fand:

1.) Ein paar typische Schul-Spiele für die Hochzeit umgestalten. Mir fällt dabei zum Beispiel ein: „Find someone who“. Jeder bekommt dazu ein Blatt Papier, auf dem Aufgaben stehen, z.B. „Finde jemanden, der schon einmal von einem Hund gebissen wurde“ oder „Finde jemanden, der mindestens vier Geschwister hat“. Von derjenigen Person wird dann der Name eingetragen. Die Schüler machen das natürlich, um dann einen Preis zu gewinnen, aber ich fände es schön, wenn die Gäste sich so (ein bisschen besser) kennenlernen würden.

2.) Eine kleine Collage aus lustigen Schülerantworten basteln. Eine Lehrerin hat dazu ihre Kindergarten-Klasse in Amerika zum Beispiel dazu befragt, warum Menschen eigentlich überhaupt heiraten und was denn die Pflichten eines guten Ehemannes seien. Die Antworten sind zum Schreien.

3.) Eine Tischdekoration aus Büchern und Papierblumen. Ich werde sicherlich noch eine Vase oder ein paar Kerzen dazustellen, aber die Idee gefällt mir sehr gut.

Was ich mir selbst noch überlegt habe:

1.) Kleine Schultüten für die Giveaways basteln.
2.) In Bleistifte unsere Namen eingravieren lassen (zum Ausfüllen der Schul-Spiele).
3.) Unser Save-The-Date-Foto vor einer Tafel fotografieren (schon passiert, ich bin so gespannt auf das Ergebnis!).
4.) Der Klassiker: das Tafel-Thema allgemein, also z.B. für den Sitzplan oder die Tischkärtchen.

Davon, welche Ideen wir umsetzen werden, berichte ich in den nächsten Wochen. Bis bald!

Weniger Gäste, mehr Persönliches, viel mehr Spaß…

…soweit die Theorie.

Wir möchten eine kleine Hochzeit feiern. Abgesehen davon, dass unsere Familien – vor allem meine – mit Nachwuchs etwas gegeizt haben, finden wir, dass eine kleine Hochzeit mehr Charme hat… und man selbst mehr Zeit für die Gäste.

Die Gretchenfrage in diesem Fall lautet: Wo mache ich den Schnitt? Wer hätte das gute Recht, beleidigt zu sein, wenn ich ihn/sie nicht einladen würde? Die Studienfreundin, mit der man nächtelang mittelhochdeutsche Werke übersetzt hat, die man aber seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat? Der ehemalige Mitbewohner, auch wenn der letzte gemeinsame Koch-Abend schon wieder mehr als ein Jahr her ist? Die neue Kollegin, mit der man über alles (und damit meine ich wirklich alles, sogar Regelschmerzen oder seltsame Ängste) reden kann, die man aber zum Zeitpunkt des Einladung-Verschickens erst zwei Monate kennt? Wir haben uns mehrere verschiedene Möglichkeiten überlegt, wie man die Gästeliste klein halten könnte, ohne unnötige Zerwürfnisse oder Unzufriedenheiten heraufzubeschwören:

Vernünftige Möglichkeit Nr. 1: Es werden nur Gäste eingeladen, die beide Partner gut kennen. In unserem Fall ist das leider unmöglich, da ich so gerne meine ehemalige Gastfamilie aus den U.S.A. dabei hätte. Genauso kenne ich einen von Flos Cousins nicht, weil dieser so viel reist.

Vernünftige Möglichkeit Nr. 2: Beide Partner machen jeweils eine Gästeliste mit 50 Gästen. Dabei muss aber auch an den anderen gedacht werden. Die Schnittmenge wird auf jeden Fall eingeladen, über die anderen kann geredet werden.

Vernünftige Möglichkeit Nr. 3: Alle Verwandten werden eingeladen. Zusätzlich darf jeder Partner eine bestimmte Anzahl von Freunden einladen (z.B. 10 oder 15). Auf gemeinsame Freunde wird sich vorher geeinigt.

Wir haben uns jetzt in einem unvernünftigen Mischmasch der drei Möglichkeiten auf knapp 60 Gäste festlegen können. Familie muss sein – da waren wir uns einig. Zur Regel, dass jeder die Gäste gut kennen sollte, haben wir in unserem speziellen Fall zwei Ausnahmen hinzugefügt. Sie gilt aber für „Lebensabschnittsfreunde“, die der andere nie kennengelernt hat, weil der Kontakt ein wenig eingeschlafen ist. Die anderen Freunde haben wir in einen Pott geworfen, der andere hatte ein Vetorecht. Davon mussten wir aber gar keinen Gebrauch machen 🙂

Wir sind nun also bereit, unsere Save the Date Karten vorzubereiten! Ich habe schon eine lustige Idee, bei deren Umsetzung uns eine gute Freundin helfen wird. Alles weitere dazu in einem der nächsten Artikel.

Hier noch kurz ein paar Ideen, die wir nur umsetzen können, weil die Liste nicht so lang ist:

  1. Gutes Essen! Wir haben uns auf zwei Dinge geeinigt, die uns wahnsinnig wichtig sind: gutes Essen und eine gute Party. Wegen der Party müssen wir uns gar keine Sorgen machen, da laden wir schon die richtigen Leute ein. Und richtig gutes Essen, also kein 08/15-Buffet-Matsch, können wir uns für 60 Personen gerade so leisten, bei über 100 würde uns das sicher in den Ruin stürzen.
  2. Wir haben uns überlegt, jeden Gang an einem anderen Tisch einzunehmen. Wir finden es doof, wenn das Brautpaar wie auf dem Präsentierteller die Tafel anführt oder – noch schlimmer – an einem Einzeltisch speist. Wenigstens den Tischen, wo diejenigen Gäste sitzen, mit denen nicht bis 3 Uhr morgens gerechnet werden kann, möchten wir einen Besuch abstatten.
  3. Ich kann viel selbst basteln. Während man nach dem Basteln von 200 Giveaway-Tütchen sicherlich bereits eine ernste Uhu-Lungenzug-Sucht entwickelt hat und nach dem Beschriften von 200 Namensschildchen einen Krampf in der Hand, freue ich mich richtig darauf, so viele Sachen wie möglich selbst machen zu können.
  4. Erinnerungen schaffen. Nicht nur wir, auch unsere Gäste werden hoffentlich oft und gerne an unsere Hochzeit zurückdenken, weil wir jeden einzelnen mit einbeziehen möchten, jeden wissen lassen möchten, wie gerne wir ihn dabei haben und mit allen den schönsten Tag verbringen wollen.

Der erste Morgen zurück im echten Leben

Die vergangenen Tage in Venedig waren tatsächlich wie ein Traum. Das Aufwachen in einem fluffigen 2×2-Meter Bett, der Blick an die ewig hohe Stuck-Decke, das Einatmen der salzigen Morgenluft, die Sonnenstrahlen auf der Haut, die gedämpften Geräusche vom italienischen Markt und fußballspielender Jungs vor unserem Fenster, das smaragdgrüne Wasser, die Herzlichkeit, die Meeresfrüchte und dieses Funkeln meines Ringes, den ich immer wieder anschauen muss. Hätten nicht meine Füße abends vom vielen Erkunden so wehgetan, würde ich jetzt die kitschige Auf-Wolken-gehen-Metapher bemühen.

Heute sind wir zurück auf dem Boden der Tatsachen, genaugenommen dem Boden unserer jetzt noch bescheidener wirkenden 2,5-Zimmer Wohnung.

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Die erste Aktion heute, noch vor dem Frühstück, war die feierliche Leerung meiner Brautschuhflasche (na gut, nicht ganz so feierlich, aber das Ding war SCHWER!). Dazu muss man erstens wissen, dass heute Weltspartag ist, und zweitens, dass ich seit ich 12 Jahre alt bin das Kleingeld aus meinem Geldbeutel in einer bauchigen Flasche sammle. Was ich eigentlich einmal damit vorhatte, weiß ich gar nicht mehr. Beim Anblick der Flasche allerdings hat meine Oma mir erzählt, dass die Mädchen früher ihr Kleingeld für die Brautschuhe gespart haben. Diese Idee habe ich übernommen und mich eisern an mein Vorhaben gehalten, wobei ich glaube mich daran erinnern zu können bei der Einführung des Euro einen Teil auf den Kopf gehauen zu haben (Mattel sagt danke, oder so…).

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Außerdem habe ich meinem Verlobten (das schreibe ich gerade zum ersten Mal! Zum ersten Mal erzählt habe ich die Neuigkeit blöderweise einem koreanischen (ich bilde mir ein, Menschen dem Aussehen nach ihrem genauen asiatischen Herkunftsland zuordnen zu können) Pärchen auf der Rialtobrücke…) beim Frühstück eröffnet, dass die Hochzeit in meinem Kopf eigentlich schon steht. Ich weiß nicht, ob seine Reaktion der Müdigkeit geschuldet war, aber er hat sich in einer Seelenruhe meinen anderthalbstündigen Vortrag über die möglichen Locations angehört und mich hinterher sogar schon ein paar Anrufe tätigen lassen.

Bei meiner Traumlocation konnte ich einen Termin im August (den letzten!) für eine Woche blocken – in dieser Zeit müssen wir uns mit der Pfarrerin, die sich praktischerweise im Urlaub befindet, kurzschließen. Drückt die Daumen, sobald ich mehr weiß, schreibe ich etwas zur Location und darüber, wie ich mir den ganzen Ablauf vorstelle.